Kimchi im Glas - Einfach & lecker selbst fermentieren

Nancy Gerber .

19. Februar 2026

Kimchi selber machen im Glas: Verschiedene fermentierte Gemüse in Gläsern, darunter ein Glas mit rotem Kimchi, das gerade mit einer Gabel entnommen wird.

Kimchi im Glas ist eine der praktischsten Arten, Gemüse haltbar zu machen, ohne es einzukochen. Statt Hitze sorgt die Milchsäuregärung dafür, dass aus Kohl, Salz und Gewürzen ein kräftiger Vorrat mit viel Geschmack wird. Ich zeige hier, welches Glas ich dafür nehme, wie die Grundmischung zuverlässig gelingt und woran du erkennst, wann das Kimchi fertig gereift ist.

Die wichtigsten Punkte für Kimchi im Glas

  • Für einen soliden Start reichen 1 kg Chinakohl, 20 bis 25 g Salz und ein Glas mit etwa 1,5 bis 2 Litern Volumen.
  • Das Gemüse muss im Glas unter der Lake bleiben; dafür helfen ein Gewicht, ein Kohlblatt oder ein Fermentieraufsatz.
  • Bei etwa 18 bis 22 °C startet die Fermentation meist am zuverlässigsten, oft schon nach 2 bis 5 Tagen.
  • Ein leicht prickelnder, säuerlicher Geruch ist normal. Pelziger Schimmel, Schleim oder muffiger Geruch sind ein Warnsignal.
  • Im Kühlschrank reift Kimchi langsamer weiter und bleibt als Vorrat über Wochen gut nutzbar.

Drei Gläser mit selbstgemachtem Kimchi, gefüllt mit fermentiertem Kohl und Gewürzen. Daneben liegen Ingwer, Knoblauch und Limette.

Warum Glas für Kimchi so gut funktioniert

Glas ist für Kimchi nicht nur praktisch, sondern auch ziemlich ehrlich: Du siehst sofort, ob genug Lake vorhanden ist, ob sich Bläschen bilden und wie weit die Fermentation ist. Genau das schätze ich an einem Glasbehälter. Er ist neutral im Geschmack, leicht zu reinigen und ideal für die Milchsäuregärung, also die Konservierung durch gute Bakterien ohne Sauerstoff.

Wichtig ist nur, das richtige Glas zu wählen. Zu schmal, zu klein oder zu dicht verschlossen macht das Ganze unnötig nervös. Für einen normalen Hausansatz plane ich lieber etwas Luft nach oben ein, statt das Glas bis zum Rand zu füllen. So kann sich das Gemüse bewegen, Gas entweichen und die Lake bleibt dort, wo sie hingehört.

Gefäß Vorteil Einschränkung Mein Urteil
Weckglas oder Einmachglas Günstig, weit verbreitet, gut zu kontrollieren Ohne Gewicht muss man sauber arbeiten Sehr gut für den Einstieg
Bügelglas Dicht, stabil, schön für kleine Mengen Bei Gasdruck braucht es Entlastung Gut, wenn du regelmäßig prüfst
Schraubglas Fast immer im Haus vorhanden Nicht ideal bei starkem Druck Nur mit lockerem Verschluss oder täglichem Entlüften
Fermentierglas mit Gewicht Sehr bequem, Gemüse bleibt leichter unter der Lake Etwas teurer Meine erste Wahl, wenn öfter fermentiert wird

Metallgefäße lasse ich bei Kimchi weg; die Säure ist auf Dauer kein guter Partner dafür. Für einen normalen Ansatz reicht ein dickwandiges Glas mit weiter Öffnung völlig aus. Damit ist die Grundlage gelegt, und als Nächstes kommt die Mischung, die im Glas wirklich funktioniert.

Die richtige Grundmischung für ein verlässliches Ergebnis

Für Kimchi muss man nicht kompliziert einkaufen. Ich halte die erste Charge bewusst schlicht, damit der Geschmack klar bleibt und das Ergebnis zuverlässig wird. Die wichtigste Zahl ist dabei die Salzmenge: 20 bis 25 g Salz pro 1 kg Chinakohl sind ein sehr brauchbarer Startpunkt. Das Salz sollte jodfrei sein und möglichst ohne Rieselhilfe, damit die Fermentation sauber anlaufen kann.

Wenn du dich fragst, wie viel in ein Glas passt: Für die Mengen unten brauchst du meist ein Glas mit 1,5 bis 2 Litern Volumen. Bei kleineren Gläsern verteile ich die Menge lieber auf zwei Behälter, statt alles zu stopfen.

Zutat Menge für 1 kg Chinakohl Warum sie wichtig ist
Chinakohl 1 kg Die klassische Basis mit zarter Struktur
Salz 20 bis 25 g Entzieht Wasser, stabilisiert die Fermentation
Karotte 1 mittelgroße Für Biss und leichte Süße
Frühlingszwiebeln 3 bis 4 Stangen Typisches Kimchi-Aroma
Knoblauch 2 bis 4 Zehen Würze und Tiefe
Ingwer 15 bis 20 g Frische und Schärfe
Gochugaru oder Chili-Flocken 1 bis 2 EL Die typische Farbe und angenehme Schärfe
Optional: Sojasauce oder Fischsauce 1 bis 2 EL Mehr Umami, aber nicht zwingend nötig
Optional: etwas Zucker oder Apfel 1 TL Zucker oder 1 kleines Stück Apfel Unterstützt die Fermentation und rundet den Geschmack ab

Ich lasse die Reisbrei-Paste oder andere aufwendige Bindemittel oft weg. Für ein gutes Hausrezept ist das nicht entscheidend. Wenn du es zum ersten Mal machst, hilft ein schlankes Rezept sogar mehr, weil du später besser beurteilen kannst, was im Glas wirklich passiert. Und genau deshalb lohnt sich der saubere Ablauf im nächsten Schritt.

Kimchi im Glas Schritt für Schritt ansetzen

Der Ablauf ist einfacher, als viele denken. Entscheidend ist nicht ein exotischer Trick, sondern sauberes Arbeiten und konsequentes Packen. Ich gehe so vor:

  1. Kohl vorbereiten: Den Chinakohl längs halbieren oder vierteln, den Strunk sparsam entfernen und die Blätter in mundgerechte Stücke schneiden.
  2. Salzen: Das Salz gründlich mit dem Kohl vermengen und 1 bis 2 Stunden ziehen lassen. Zwischendurch den Kohl einmal wenden, damit alles gleichmäßig weich wird.
  3. Abspülen und abtropfen lassen: Ist der Kohl sehr kräftig gesalzen, spüle ich ihn kurz kalt ab. Danach muss er gut abtropfen, damit das Kimchi später nicht wässrig wird.
  4. Würzpaste anrühren: Knoblauch, Ingwer, Chili, optional etwas Sojasauce oder Fischsauce und die Karottenstreifen vermischen. Die Paste soll aromatisch sein, nicht trocken klumpen.
  5. Alles vermengen: Kohl, Frühlingszwiebeln und Würzpaste mit sauberen Händen oder Einmalhandschuhen gründlich mischen. So verteilt sich die Würze gleichmäßig.
  6. Ins Glas füllen: Das Kimchi fest in das saubere Glas drücken, damit wenig Luft bleibt. Oben etwa 2 cm Platz lassen, weil sich der Inhalt noch ausdehnt.
  7. Unter der Lake halten: Wenn nicht genug Flüssigkeit austritt, mit etwas 2-prozentiger Salzlake auffüllen. Ein Kohlblatt, ein Glasgewicht oder ein Fermentierdeckel helfen, alles unten zu halten.
  8. Fermentieren lassen: Das Glas auf einen Teller stellen und locker verschließen oder mit einem passenden Fermentieraufsatz arbeiten. Dann 2 bis 5 Tage bei Raumtemperatur stehen lassen.

Ein Detail ist mir besonders wichtig: Das Gemüse muss im Glas möglichst vollständig von Flüssigkeit bedeckt sein. Sobald Teile herausragen, steigt das Risiko für Fehlgärungen deutlich. Wenn die Mischung sitzt, bleibt nur noch die Frage, wie warm das Ganze stehen darf und wann es in den Kühlschrank sollte.

Reifung, Temperatur und der richtige Moment für den Kühlschrank

Die Fermentation lebt von Temperatur und Zeit. Zu kalt, und alles geht träge. Zu warm, und das Kimchi wird schneller sauer, aber auch unruhiger im Geschmack. In meiner Küche funktioniert ein Bereich von 18 bis 22 °C am besten. Kühler geht auch, dann braucht das Glas einfach etwas länger.

Temperatur Was passiert Typische Dauer bis zum Kühlschrank
16 bis 18 °C Langsamer, oft sehr aromatisch 4 bis 7 Tage
18 bis 22 °C Ausgewogen und zuverlässig 2 bis 5 Tage
Über 23 °C Schneller, aber heikler 1 bis 3 Tage, täglich prüfen

Ich verlasse mich beim Reifegrad nicht nur auf die Uhr. Ein gutes Zeichen ist ein leicht prickelndes Gefühl, ein frischer, säuerlicher Geruch und ein Geschmack, der schon deutlich lebendig wirkt, aber noch nicht scharf in Richtung Essig kippt. Wenn du es milder magst, kommt das Glas früher in den Kühlschrank. Wenn du mehr Tiefe willst, lässt du es etwas länger stehen.

Im Kühlschrank reift Kimchi langsamer weiter. Dort wird es nicht still, sondern nur gemütlicher. Genau das macht es so praktisch für die Vorratshaltung: Du kannst es nach dem ersten aktiven Tag oder nach einigen Tagen kaltstellen und dann über Wochen hinweg nach Bedarf verwenden. Bleibt noch die Frage, wo es beim Ansetzen am häufigsten schiefgeht.

Typische Fehler, die ich beim Fermentieren vermeide

Die meisten Probleme bei Kimchi im Glas sind keine echten Geheimnisse, sondern kleine Nachlässigkeiten. Das Gute daran: Man kann sie leicht vermeiden, wenn man weiß, worauf es ankommt.

  • Zu wenig Salz: Dann wird der Kohl zu weich und die Fermentation läuft unsauber an. Ich wiege das Salz lieber ab, statt es zu schätzen.
  • Zu viel Salz: Das Kimchi wird unnötig hart und braucht länger, bis es Geschmack entwickelt. Darum bleibe ich bei der 2-bis-3-Prozent-Zone.
  • Gemüse schaut aus der Lake: Alles, was an der Oberfläche liegt, ist anfälliger für Schimmel. Hier helfen Gewicht, Kohlblatt oder ein Fermentierdeckel.
  • Das Glas ist randvoll: Während der Gärung entsteht Druck. Ohne Platz nach oben kann Lake austreten oder der Deckel stark spannen.
  • Zu warme Fensterbank: Direktes Sonnenlicht und hohe Temperaturen beschleunigen die Fermentation zu stark. Ich stelle das Glas lieber ruhig und schattig ab.
  • Unsaubere Werkzeuge: Fettige Schneidebretter oder schlecht gespülte Löffel machen den Ansatz unnötig riskant. Sauber, trocken und geruchsneutral ist die bessere Wahl.
  • Zu früh fest verschließen: Bei dicht schließenden Gläsern muss Druck entweichen können. Sonst wird aus Fermentation schnell ein nerviges Überdruckthema.

Ein weißlicher Film an der Oberfläche ist nicht automatisch ein Drama; oft ist das einfach Kahmhefe. Ich prüfe dann Geruch und Textur genau und entscheide ruhig statt hektisch. Pelziger, farbiger Schimmel oder ein muffiger, deutlich fauler Geruch sind für mich dagegen ein klares Stoppsignal. Wenn das Glas sauber arbeitet, lohnt sich am Ende noch ein Blick auf die Qualität und die spätere Verwendung.

Woran ich ein gutes Glas Kimchi später erkenne

Für mich ist ein gelungenes Glas Kimchi nicht nur sauer genug, sondern auch lebendig. Die Lake darf leicht trüb sein, kleine Bläschen sind normal und sogar erwünscht. Das Gemüse sollte noch etwas Biss haben, auch wenn es nicht mehr frisch wie am ersten Tag schmeckt. Genau diese Veränderung ist ja der Sinn der Fermentation.

Wenn du Kimchi nicht nur als Beilage, sondern als Vorrat sehen willst, lohnt sich auch die Portionsgröße. Kleine Gläser mit 500 bis 750 ml sind im Alltag oft praktischer als ein riesiges Glas, das man wochenlang immer wieder öffnet. So bleibt der Inhalt länger sauber und die Qualität konstanter. Ich mache deshalb lieber zwei kleinere Ansätze als einen zu großen, wenn ich weiß, dass wir das Glas nicht schnell leer essen.

  • Zum Servieren: Kimchi passt zu Reis, gebratenen Nudeln, Eiern, Bowls und deftigen Suppen.
  • Zum Aufbrauchen: Etwas älteres Kimchi ist oft ideal für Pfannengerichte oder Kimchi-Reis, weil die Säure dort gut zur Geltung kommt.
  • Zur Lagerung: Je sauberer du arbeitest und je besser das Gemüse bedeckt bleibt, desto entspannter hält sich das Glas im Kühlschrank.

Für mich ist Kimchi im Glas am Ende genau deshalb so wertvoll: wenig Aufwand, viel Geschmack und ein Vorrat, der im Kühlschrank mitarbeitet statt zu stören. Wenn du sauber arbeitest, das Salz abwiegst und das Gemüse konsequent unter der Lake hältst, hast du die drei wichtigsten Hebel bereits im Griff. Der Rest ist Beobachtung, Geschmack und ein bisschen Geduld.

Häufig gestellte Fragen

Weckgläser oder spezielle Fermentiergläser mit Gewicht sind ideal. Sie sind geschmacksneutral, leicht zu reinigen und ermöglichen eine gute Kontrolle des Fermentationsprozesses. Schraubgläser gehen auch, müssen aber regelmäßig entlüftet werden.
Für 1 kg Chinakohl werden 20 bis 25 g Salz empfohlen. Dies entspricht einer 2- bis 2,5-prozentigen Salzlake, die für eine sichere Fermentation sorgt und das Gemüse knackig hält.
Bei Raumtemperatur (18-22 °C) ist Kimchi meist nach 2 bis 5 Tagen fertig fermentiert. Du erkennst es am säuerlichen Geruch, prickelnden Gefühl und lebendigen Geschmack. Im Kühlschrank reift es langsamer weiter.
Ein weißlicher Film (Kahmhefe) ist oft harmlos, solange Geruch und Geschmack gut sind. Pelziger, farbiger Schimmel oder ein muffiger Geruch sind jedoch Warnsignale. Dann sollte das Kimchi entsorgt werden, um Risiken zu vermeiden.
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Autor Nancy Gerber
Nancy Gerber
Mein Name ist Nancy Gerber und ich habe 13 Jahre Erfahrung im Bereich Backen, Desserts und Vorratshaltung. Schon als Kind habe ich meine Leidenschaft für das Backen entdeckt, als ich mit meiner Großmutter in der Küche stand und wir gemeinsam köstliche Leckereien zubereiteten. Diese Erinnerungen haben mich bis heute geprägt und motivieren mich, meine eigenen Kreationen zu entwickeln und zu teilen. In meinen Beiträgen auf seefinchen.de möchte ich nicht nur Rezepte vorstellen, sondern auch Tipps geben, wie man Lebensmittel sinnvoll lagert und die Freude am Genuss steigert. Ich lege großen Wert darauf, meine Informationen sorgfältig zu überprüfen und aktuelle Trends im Bereich Backen und Vorratshaltung zu verfolgen. Mein Ziel ist es, komplexe Themen einfach und verständlich darzustellen, damit jeder die Freude am Backen und Genießen erleben kann.
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